Gründen aus Arbeitslosigkeit

Existenzgründungen, die aus Arbeitslosigkeit heraus entstehen, werden oft als „Notgründungen“ klassifiziert. Die Vorstellung ist, dass Menschen generell eine Anstellung anstreben und den Schritt in die Selbstständigkeit nur wagen, wenn sie keine einigermaßen passende Stelle finden. Diese Annahme ist tief verwurzelt in unserer Gesellschaft. Die Coronakrise hat eindrücklich gezeigt, wie schwer sich die Politik tut, wenn es darum geht Solo-Selbstständige angemessen zu unterstützen.


Mich ärgert die Zuschreibung der Notgründung, da dies ein irreführendes Label ist. Ich habe als Gründungsberater bisher geschätzt 100+ potenzielle Gründer*innen begleitet. Ja, da waren Menschen dabei, die lieber in ein Anstellungsverhältnis gegangen wären. Aber ich kann mich an Niemanden (!) erinnern, der/die im Zuge der Gründungsvorbereitung nicht für die eigene Gründung Feuer gefangen und die Gründung als echte Chance gesehen hätte. Diejenigen, für die die Gründung eine Not war, haben letztlich auch nicht gegründet.


Die Einteilung von Gründer*innen in Not- und Chancengründer ist wirklich auf verschiedenen Ebenen Quatsch. Ich arbeite sehr gerne mit Menschen, die aus Arbeitslosigkeit gründen wollen – weil sie die Chancen nutzen, die sich ihnen gerade in dieser Situation ergeben.


Deshalb bin ich auch Kooperationspartner der Heldenreise ins Business geworden. Mit einem entsprechenden Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter bin ich dadurch in der Lage, Gründerinnen und Gründer aus Arbeitslosigkeit auf den Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen.



Photo by Sammie Chaffin on Unsplash




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